1 Grogal

Lerngruppenbeschreibung Beispiel Essay

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedingungsanalyse
2.1 Lerngruppe
2.1.1 Die Klassenkonstellation
2.1.2 Der Stundenplan
2.1.3 Die Räumlichkeiten
2.1.4 Die Lernvoraussetzungen – Vorwissen und Interessen der Lerngruppe
2.1.5 Methodische und emotionale Voraussetzungen durch den Fachlehrer – Das Lehrer-Schüler-Verhältnis

3. Entscheidungen
3.1 Didaktische Analyse
3.1.1 Legitimation / Die Begründung des Themas
3.1.2 Sachanalyse
3.1.3 Transformation: Schwerpunkt und Lernschritte
3.2 Methodische Analyse
3.2.1 Steuerungsverhalten
3.2.2 Phasierung, Sozialformen und Handlungsmuster

4. Lernzielformulierung: Stundenziel und Teilziele
4.1 Richtziel
4.2 Grobziel
4.3 Feinziel
4.3.1 Kognitive Feinziele
4.3.2 Affektive Feinziele
4.3.3 Methodische Feinziele

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis
Anlage 1 - 5

1. Einleitung

Bei dieser Arbeit handelt es sich im einen fiktiven Unterrichtsentwurf, das heißt die Klasse und der Stundenplan existieren in dieser Form nicht. Auch der Unterrichtsverlauf ist nur geplant und noch nicht durchgeführt. Diese Unterrichtsstunde kann in eine Reihe eingebunden sein und kann auf eine weitere Auseinandersetzung mit Gedichten im Unterricht vorbereiten oder eine Lyrikreihe zum Abschluss bringen. Zuerst sollen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Liedern erlernen, für ein bestimmtes Thema sensibilisiert werden und in einem weiteren Schritt, in einer folgenden Stunde, die gewonnenen Kenntnisse auf Gegenwartslyrik anwenden.

Zuerst erläutere ich die Kriterien der Bedingungsanalyse. Dabei sollen die Lerngruppe, die Räumlichkeiten, der Stundenplan sowie die Lernvoraussetzungen erarbeitet werden sowie das Verhältnis zwischen dem Lehrer und der Lerngruppe. Diese Bedingungsanalyse innerhalb eines Unterrichtsentwurfs zwingend notwendig, da sie dem Praktikanten hilft, sich in der Lerngruppe zu integrieren, die durch diverse äußere Einflüsse, wie Stundenplan und Klassenraum, beeinflusst wird. Es ist ebenso wichtig, die Lernvoraussetzungen und das Schüler-Lehrer-Verhältnis zu betrachten, da dabei festgestellt werden kann, wie der Wissensstand der Lerngruppe ist, welche Sozialformen verwendet werden können oder auf welchen Zugang zu den Schülerinnen und Schülern der Praktikant hoffen kann.

In der folgenden didaktischen Analyse werde ich zunächst auf die Legitimation der Unterrichtsstunde eingehen. Sie basiert auf den Rahmenrichtlinien und Lehrplänen bzw. dem Kernlehrplan des Landes Nordrhein-Westfalens für die Sekundarstufe I an Gymnasien. Innerhalb dieses Abschnittes werde ich begründen, warum dieses Thema in einer gymnasialen Klasse neun durchgeführt werden kann. Anschließend erläutere ich in der Sachanalyse, weshalb Songtexte immens wichtig für Kinder und Jugendliche sind und wieso sie in Bezug auf die Lebenswirklichkeit im Deutschunterricht angewendet werden können. Abschließend soll die Transformation, das heißt der Schwerpunkt der Stunde und welche Lernschritte die Unterrichtseinheit beinhalten soll, näher betrachtet werden. Dabei soll die Frage beantwortet werden, welche Schwierigkeiten innerhalb der Lerngruppe auftreten können und mit welchen Lernschritten diese Schwierigkeiten umgangen werden können.

In der methodischen Analyse wird erstens dargestellt, welche Rolle ich als Lehrer in dieser Unterrichtseinheit übernehme. Es soll klar werden, wann ich zu welchem Zweck in das Unterrichtsgeschehen eingreifen muss oder wann ich den Schülerinnen und Schülern Raum zur Selbsttätigkeit geben kann. Anschließend wird der Unterrichtsverlauf erörtert. Dazu werden die einzelnen Phasen, das Verhalten, Medien, sowie die Sozialformen erläutert.

Abschließend sollen die Unterrichtsziele meiner Stunde formuliert werden. Basierend auf der Definition von Hilbert Meyer werden Grobziel, Feinziel, sowie kognitive, affektive und methodische Feinziele meiner geplanten Unterrichtsstunden festgelegt. Des Weiteren soll ebenfalls ein Richtziel für Unterrichtsreihe formuliert werden.

2. Bedingungsanalyse

2.1 Lerngruppe

2.1.1 Die Klassenkonstellation

Bei der Lerngruppe handelt es sich um einen neunte Klasse des Gymnasiums in X.. Die Klassenstärke beträgt insgesamt 28 Schülerinnen und Schüler, hiervon sind 13 Jungen und 15 Mädchen. Die Zusammensetzung ist somit relativ ausgeglichen. Das Alter der Schüler liegt zwischen 14 und 15 Jahren. Zu Beginn des Schuljahres verließ ein Schüler den Klassenverband, da er die achte Klasse wiederholen musste. Aber die Klasse hatte auch zwei Neuzugänge zu verzeichnen. Aus einer städtischen Realschule wechselte ein Mädchen auf das Gmynasium und ein Schüler muss die neunte Klasse wiederholen. Diese beiden Neuen wurden jedoch in der Klasse schnell integriert und so kann man das Verhältnis der Schülerinnen und Schüler untereinander als kollegial und homogen beschreiben. Zwar bildeten sich in den Pausen die üblichen Gruppen, die sich vor allem geschlechtsspezifisch teilten, allerdings gab es keine Anzeichen dafür, dass ein oder mehrere Schüler aus dem Klassenverband ausgeschlossen wurden. Außerdem gab es in der Klasse keine ausländischen Schüler, so dass eventuelle Sprachbarrieren keine Rolle spielten. Negativ fiel ein Junge auf, welcher der beste Freund des Schülers ist, der die Klasse verlassen musste. Durch die Trennung ist er nach Aussage des Klassenlehrers ruhiger geworden, wodurch sich seine Leistungen stark verbessert haben, doch durch seine lebhafte, offene und lockere Art störte er durch Gespräche mit den Tischnachbarn das eine oder andere Mal den Unterrichtsablauf. Des Weiteren fiel ein Junge auf, der zwar für sein Alter über ein fundiertes Wissen verfügte, aber bei Gruppenarbeiten die Aufgabenstellungen nicht bearbeitete oder sich während des Unterrichts keine Notizen machte. Ein wesentlicher Faktor für das technisch und sprachlich gehobene Niveau ist der Einzugsbereich der Schule, der sich auf die gut situierten südlichen und westlichen Vororte X.s beschränkt. Aber auch die Wahl der Fremdsprachen in der Erprobungsstufe und in der differenzierten Mittelstufe lassen auf ein hohes sprachliches Niveau schließen.

2.1.2 Der Stundenplan

Die Deutschstunden der Klasse fanden dienstags in der ersten und zweiten Stunden und freitags in der siebenten Stunde statt. Beide Termine sind für den Unterrichtsverlauf von großer Bedeutung. Gerade in den ersten beiden Stunden, die von 7.50 Uhr bis 9.25 Uhr stattfinden, mussten der Fachlehrer und ich die Schüler auf Grund der noch vorherrschenden Müdigkeit besonders motivieren. Zum einen begegneten sich die Schüler an diesem Tag zum ersten Mal und somit herrschte ein erhöhtes Mitteilungsbedürfnis und zum anderen konnte es vorkommen, dass die Schüler in den ersten beiden Stunden weniger konzentrationsfähig und somit weniger aufnahmefähig waren. Trotzdem muss man feststellen, dass der frühe Beginn auch ein Vorteil sein kann. Die Schüler haben noch keine Unterrichtsinhalte aus vorhergegangenen Schulstunden vermittelt bekommen und sind somit ausgeruhter als beispielsweise in der siebenten Stunde. Des Weiteren sorgte der frühe Beginn der ersten Stunde häufig für Unpünktlichkeit seitens der Schüler. Viele Schülerinnen und Schüler kamen wegen Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr auf Grund des erhöhten Verkehrsaufkommen durch den Berufsverkehr oder durch selbstverschuldete Unpünktlichkeit zu spät. Dies hatte zur Folge, dass der Unterricht erst später begonnen werden konnte oder durch verspätete Schüler unterbrochen wurde.

Aber auch die Freitagsstunde, die von 13.10 Uhr bis 14.05 Uhr stattfand, birgt ein großes Risiken für den Lehrer bzw. für den Praktikanten, da die Schüler sich gedanklich schon mit dem Wochenende befassen und somit ebenfalls durch eine mangelnde Konzentration und Motivation den Unterrichtsablauf stören können.

2.1.3 Die Räumlichkeiten

Beide Unterrichtsstunden wurden im Klassenraum abgehalten. Der Raum bietet mehr als ausreichend Platz für die Schülerinnen und Schüler. Zudem ist der Raum hervorragend technisch ausgestattet. Neben der Tafel befindet sich ein Videobeamer, ein PC und ein Overhead-Projektor. Eine große Fensterfront sorgt für genügend Licht und bei Bedarf kann der Raum mit frischer Luft versorgt werden. Da die erste Stunde bereits um 7.50 Uhr beginnt und es im Dezember und Januar um diese Zeit noch dunkel war, musste der Unterricht bei künstlichem Licht stattfinden. Die Sitzordnungen im Klassenraum weisen die Ähnlichkeit mit der Hufeisenform auf, allerdings befinden sich innerhalb des Hufeisens quer zu dieser Sitzform gestellte Tische, die den Diskussionsfluss unter den Schülern stören, da sich die Schüler nicht direkt gegenüber sitzen und gegebenenfalls über die Köpfe anderer Schüler hinweg Diskussionen führen müssen.

2.1.4 Die Lernvoraussetzungen – Vorwissen und Interessen der Lerngruppe

Die Klasse wurde durch den Fach- und Klassenlehrer durch eine Reihe Gedichte der Gegenwart in die Gedichtanalyse eingeführt. Dabei erlernten die Schülerinnen und Schüler Rhythmus, Versmaß und Reim eines Gedichtes zu erkennen. Einige Schüler wiesen ein fundiertes Vorwissen auf, was natürlich eine genauere Vorbereitung seitens des Lehrers verlangte, damit er eventuelle Fragen der Schüler beantworten konnte. Auch für mich bedeutete ein gesteigertes Interesse zum einen eine breite, interessierte Mitarbeit, aber zum anderen auch eine gewissenhafte Vorbereitung.

Positiv fiel auf, dass ein Großteil der Schülerinnen und Schüler eine große Bereitschaft zur Mitarbeit zeigten. Die Schüler waren bereit, durch kurze Informations- oder Impulsreferate in die Thematik einzuführen. Weiter lässt sich sagen, dass die Schüler durch Schlüsse und Gedankengänge konstruktiv am Unterrichtsgeschehen teilnahmen. Es gab qualitativ und quantitativ sehr gute Meldungen. Im Großen und Ganzen zeichnete sich die Klasse durch eine breite und hohe Teilnahme am Unterricht aus. Während die eine Hälfte in der ersten Unterrichtsstunde sehr gut mitarbeitete, nahm in der zweiten Unterrichtsstunde die andere Hälfte am Unterricht teil. Die Mitarbeit konzentrierte sich folglich nicht nur auf einige wenige Schülerinnen und Schüler. Des Weiteren zeigten die Schülerinnen und Schüler, dass sie Texte lesen, verstehen und kritisch hinterfragen konnten.

2.1.5 Methodische und emotionale Voraussetzungen durch den Fachlehrer – Das Lehrer-Schüler-Verhältnis

Das Verhältnis zwischen den Schülerinnen und Schülern der Klasse und dem Fachlehrer Herrn Dr. Z. ist durchaus als ein freundschaftlich-kollegiales Verhältnis zu beschreiben. Durch seine jugendliche, lockere Art und durch sein junges Alter hat Herr Z. ein besonderes Verhältnis zu seinen Schülern aufbauen können. Dies hat zur Folge, dass Herr Z. in die Schülervertretung gewählt wurde und als Vertrauenslehrer, sowie als Jahrgangsstufenleiter fungiert.

Trotz seines jungen Alters ist Herr Z. in der Unterrichtsdurchführung eher konservativ. Er nutzt die herkömmlichen Medien, wie das Deutschbuch, die Tafel, Handouts und den Tageslichtprojektor, doch lässt er die neuen Medien wie PC und Videobeamer unbenutzt. Herr Z. verwendet keinen besonderen Einstieg oder eine besondere Motivation der Schüler um in die Unterrichtsstunden einzuführen. Es werden die Hausaufgaben besprochen oder eine Wiederholung der letzen Stunde durchgeführt. Außerdem teilt Herr Z. seine Stundenziele meist den Schülern mit. Aufgabenstellungen schreibt er an die Tafel oder explizit auf die Handouts. Weiter lässt sich feststellen, dass Herr Z. das gelenkte Unterrichtsgespräch sehr gut eingeübt hat. Auf gestellte Fragen gaben die Schülerinnen und Schüler schnelle und qualitativ gute Antworten.

Die Beobachtungen des Verhaltens des Kurses und des Lehrers und deren Umgang miteinander lassen folgende Schlüsse für meine eigenen Unterrichtsstunden zu. Dass Herr Z. in die gängigsten Unterrichtsformen wie gelenktes Unterrichtsgespräch, Gruppenarbeit und Stillarbeit, wie das Lesen und Bearbeiten von Texten eingeführt hat, bedeutet für mich, dass ich ebenfalls methodisch diese Unterrichtsformen verwenden kann. Da der Kurs auf Grund des Alters von Herrn Z. ein freundschaftliches Verhältnis zum Fachlehrer aufgebaut hat, konnte ich ebenfalls darauf hoffe, offen und freundschaftlich aufgenommen zu werden, was mir sicherlich die erste Angst und Nervosität nahm. Allerdings mussten wir gegen die von Herrn Z. verursachte Inkonsequenz und Disziplinlosigkeit ankämpfen. Daher konnte ich nicht damit rechnen, dass die Schüler bei meinem Unterrichtsversuch pünktlich sein würden oder ruhig und konzentriert arbeiten würden.

3. Entscheidungen

3.1 Didaktische Analyse

3.1.1 Legitimation / Die Begründung des Themas

Die geplante Unterrichtsstunde ist legitimiert durch den Kernlehrplan des Landes Nordrhein-Westfalen für das Fach Deutsch in der Sekundarstufe I. Die Schwerpunkte des Deutschunterrichts sind innerhalb des Kernlehrplans in vier Bereiche gegliedert. Erstens sollen die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen im Sprechen und Zuhören erwerben, zweitens Schreibkompetenzen schulen, drittens soll der Umgang mit Texten und Medien erlernt werden und viertens sollen im Bereich „Reflexion über Sprache“ grammatikalische Kompetenzen vermittelt werden.1

[...]



1 vgl. Kernlehrplan für das Gymnasium – Sekundarstufe I – in Nordrhein-Westfalen. Deutsch. Herausgegeben vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen. Ritterbach Verlag. Frechen. 2004. S. 13.

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedingungsanalyse
2.1 Lerngruppe
2.1.1 Die Klassenkonstellation
2.1.2 Der Stundenplan
2.1.3 Die Räumlichkeiten
2.1.4 Die Lernvoraussetzungen – Vorwissen und Interessen der Lerngruppe
2.1.5 Methodische und emotionale Voraussetzungen durch den Fachlehrer – Das Lehrer-Schüler-Verhältnis

3. Entscheidungen
3.1 Didaktische Analyse
3.1.1 Legitimation / Die Begründung des Themas
3.1.2 Sachanalyse
3.1.3 Transformation: Schwerpunkt und Lernschritte
3.2 Methodische Analyse
3.2.1 Steuerungsverhalten
3.2.2 Phasierung, Sozialformen und Handlungsmuster

4. Lernzielformulierung: Stundenziel und Teilziele
4.1 Richtziel
4.2 Grobziel
4.3 Feinziel
4.3.1 Kognitive Feinziele
4.3.2 Affektive Feinziele
4.3.3 Methodische Feinziele

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis
Anlage 1 - 5

1. Einleitung

Bei dieser Arbeit handelt es sich im einen fiktiven Unterrichtsentwurf, das heißt die Klasse und der Stundenplan existieren in dieser Form nicht. Auch der Unterrichtsverlauf ist nur geplant und noch nicht durchgeführt. Diese Unterrichtsstunde kann in eine Reihe eingebunden sein und kann auf eine weitere Auseinandersetzung mit Gedichten im Unterricht vorbereiten oder eine Lyrikreihe zum Abschluss bringen. Zuerst sollen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Liedern erlernen, für ein bestimmtes Thema sensibilisiert werden und in einem weiteren Schritt, in einer folgenden Stunde, die gewonnenen Kenntnisse auf Gegenwartslyrik anwenden.

Zuerst erläutere ich die Kriterien der Bedingungsanalyse. Dabei sollen die Lerngruppe, die Räumlichkeiten, der Stundenplan sowie die Lernvoraussetzungen erarbeitet werden sowie das Verhältnis zwischen dem Lehrer und der Lerngruppe. Diese Bedingungsanalyse innerhalb eines Unterrichtsentwurfs zwingend notwendig, da sie dem Praktikanten hilft, sich in der Lerngruppe zu integrieren, die durch diverse äußere Einflüsse, wie Stundenplan und Klassenraum, beeinflusst wird. Es ist ebenso wichtig, die Lernvoraussetzungen und das Schüler-Lehrer-Verhältnis zu betrachten, da dabei festgestellt werden kann, wie der Wissensstand der Lerngruppe ist, welche Sozialformen verwendet werden können oder auf welchen Zugang zu den Schülerinnen und Schülern der Praktikant hoffen kann.

In der folgenden didaktischen Analyse werde ich zunächst auf die Legitimation der Unterrichtsstunde eingehen. Sie basiert auf den Rahmenrichtlinien und Lehrplänen bzw. dem Kernlehrplan des Landes Nordrhein-Westfalens für die Sekundarstufe I an Gymnasien. Innerhalb dieses Abschnittes werde ich begründen, warum dieses Thema in einer gymnasialen Klasse neun durchgeführt werden kann. Anschließend erläutere ich in der Sachanalyse, weshalb Songtexte immens wichtig für Kinder und Jugendliche sind und wieso sie in Bezug auf die Lebenswirklichkeit im Deutschunterricht angewendet werden können. Abschließend soll die Transformation, das heißt der Schwerpunkt der Stunde und welche Lernschritte die Unterrichtseinheit beinhalten soll, näher betrachtet werden. Dabei soll die Frage beantwortet werden, welche Schwierigkeiten innerhalb der Lerngruppe auftreten können und mit welchen Lernschritten diese Schwierigkeiten umgangen werden können.

In der methodischen Analyse wird erstens dargestellt, welche Rolle ich als Lehrer in dieser Unterrichtseinheit übernehme. Es soll klar werden, wann ich zu welchem Zweck in das Unterrichtsgeschehen eingreifen muss oder wann ich den Schülerinnen und Schülern Raum zur Selbsttätigkeit geben kann. Anschließend wird der Unterrichtsverlauf erörtert. Dazu werden die einzelnen Phasen, das Verhalten, Medien, sowie die Sozialformen erläutert.

Abschließend sollen die Unterrichtsziele meiner Stunde formuliert werden. Basierend auf der Definition von Hilbert Meyer werden Grobziel, Feinziel, sowie kognitive, affektive und methodische Feinziele meiner geplanten Unterrichtsstunden festgelegt. Des Weiteren soll ebenfalls ein Richtziel für Unterrichtsreihe formuliert werden.

2. Bedingungsanalyse

2.1 Lerngruppe

2.1.1 Die Klassenkonstellation

Bei der Lerngruppe handelt es sich um einen neunte Klasse des Gymnasiums in X.. Die Klassenstärke beträgt insgesamt 28 Schülerinnen und Schüler, hiervon sind 13 Jungen und 15 Mädchen. Die Zusammensetzung ist somit relativ ausgeglichen. Das Alter der Schüler liegt zwischen 14 und 15 Jahren. Zu Beginn des Schuljahres verließ ein Schüler den Klassenverband, da er die achte Klasse wiederholen musste. Aber die Klasse hatte auch zwei Neuzugänge zu verzeichnen. Aus einer städtischen Realschule wechselte ein Mädchen auf das Gmynasium und ein Schüler muss die neunte Klasse wiederholen. Diese beiden Neuen wurden jedoch in der Klasse schnell integriert und so kann man das Verhältnis der Schülerinnen und Schüler untereinander als kollegial und homogen beschreiben. Zwar bildeten sich in den Pausen die üblichen Gruppen, die sich vor allem geschlechtsspezifisch teilten, allerdings gab es keine Anzeichen dafür, dass ein oder mehrere Schüler aus dem Klassenverband ausgeschlossen wurden. Außerdem gab es in der Klasse keine ausländischen Schüler, so dass eventuelle Sprachbarrieren keine Rolle spielten. Negativ fiel ein Junge auf, welcher der beste Freund des Schülers ist, der die Klasse verlassen musste. Durch die Trennung ist er nach Aussage des Klassenlehrers ruhiger geworden, wodurch sich seine Leistungen stark verbessert haben, doch durch seine lebhafte, offene und lockere Art störte er durch Gespräche mit den Tischnachbarn das eine oder andere Mal den Unterrichtsablauf. Des Weiteren fiel ein Junge auf, der zwar für sein Alter über ein fundiertes Wissen verfügte, aber bei Gruppenarbeiten die Aufgabenstellungen nicht bearbeitete oder sich während des Unterrichts keine Notizen machte. Ein wesentlicher Faktor für das technisch und sprachlich gehobene Niveau ist der Einzugsbereich der Schule, der sich auf die gut situierten südlichen und westlichen Vororte X.s beschränkt. Aber auch die Wahl der Fremdsprachen in der Erprobungsstufe und in der differenzierten Mittelstufe lassen auf ein hohes sprachliches Niveau schließen.

2.1.2 Der Stundenplan

Die Deutschstunden der Klasse fanden dienstags in der ersten und zweiten Stunden und freitags in der siebenten Stunde statt. Beide Termine sind für den Unterrichtsverlauf von großer Bedeutung. Gerade in den ersten beiden Stunden, die von 7.50 Uhr bis 9.25 Uhr stattfinden, mussten der Fachlehrer und ich die Schüler auf Grund der noch vorherrschenden Müdigkeit besonders motivieren. Zum einen begegneten sich die Schüler an diesem Tag zum ersten Mal und somit herrschte ein erhöhtes Mitteilungsbedürfnis und zum anderen konnte es vorkommen, dass die Schüler in den ersten beiden Stunden weniger konzentrationsfähig und somit weniger aufnahmefähig waren. Trotzdem muss man feststellen, dass der frühe Beginn auch ein Vorteil sein kann. Die Schüler haben noch keine Unterrichtsinhalte aus vorhergegangenen Schulstunden vermittelt bekommen und sind somit ausgeruhter als beispielsweise in der siebenten Stunde. Des Weiteren sorgte der frühe Beginn der ersten Stunde häufig für Unpünktlichkeit seitens der Schüler. Viele Schülerinnen und Schüler kamen wegen Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr auf Grund des erhöhten Verkehrsaufkommen durch den Berufsverkehr oder durch selbstverschuldete Unpünktlichkeit zu spät. Dies hatte zur Folge, dass der Unterricht erst später begonnen werden konnte oder durch verspätete Schüler unterbrochen wurde.

Aber auch die Freitagsstunde, die von 13.10 Uhr bis 14.05 Uhr stattfand, birgt ein großes Risiken für den Lehrer bzw. für den Praktikanten, da die Schüler sich gedanklich schon mit dem Wochenende befassen und somit ebenfalls durch eine mangelnde Konzentration und Motivation den Unterrichtsablauf stören können.

2.1.3 Die Räumlichkeiten

Beide Unterrichtsstunden wurden im Klassenraum abgehalten. Der Raum bietet mehr als ausreichend Platz für die Schülerinnen und Schüler. Zudem ist der Raum hervorragend technisch ausgestattet. Neben der Tafel befindet sich ein Videobeamer, ein PC und ein Overhead-Projektor. Eine große Fensterfront sorgt für genügend Licht und bei Bedarf kann der Raum mit frischer Luft versorgt werden. Da die erste Stunde bereits um 7.50 Uhr beginnt und es im Dezember und Januar um diese Zeit noch dunkel war, musste der Unterricht bei künstlichem Licht stattfinden. Die Sitzordnungen im Klassenraum weisen die Ähnlichkeit mit der Hufeisenform auf, allerdings befinden sich innerhalb des Hufeisens quer zu dieser Sitzform gestellte Tische, die den Diskussionsfluss unter den Schülern stören, da sich die Schüler nicht direkt gegenüber sitzen und gegebenenfalls über die Köpfe anderer Schüler hinweg Diskussionen führen müssen.

2.1.4 Die Lernvoraussetzungen – Vorwissen und Interessen der Lerngruppe

Die Klasse wurde durch den Fach- und Klassenlehrer durch eine Reihe Gedichte der Gegenwart in die Gedichtanalyse eingeführt. Dabei erlernten die Schülerinnen und Schüler Rhythmus, Versmaß und Reim eines Gedichtes zu erkennen. Einige Schüler wiesen ein fundiertes Vorwissen auf, was natürlich eine genauere Vorbereitung seitens des Lehrers verlangte, damit er eventuelle Fragen der Schüler beantworten konnte. Auch für mich bedeutete ein gesteigertes Interesse zum einen eine breite, interessierte Mitarbeit, aber zum anderen auch eine gewissenhafte Vorbereitung.

Positiv fiel auf, dass ein Großteil der Schülerinnen und Schüler eine große Bereitschaft zur Mitarbeit zeigten. Die Schüler waren bereit, durch kurze Informations- oder Impulsreferate in die Thematik einzuführen. Weiter lässt sich sagen, dass die Schüler durch Schlüsse und Gedankengänge konstruktiv am Unterrichtsgeschehen teilnahmen. Es gab qualitativ und quantitativ sehr gute Meldungen. Im Großen und Ganzen zeichnete sich die Klasse durch eine breite und hohe Teilnahme am Unterricht aus. Während die eine Hälfte in der ersten Unterrichtsstunde sehr gut mitarbeitete, nahm in der zweiten Unterrichtsstunde die andere Hälfte am Unterricht teil. Die Mitarbeit konzentrierte sich folglich nicht nur auf einige wenige Schülerinnen und Schüler. Des Weiteren zeigten die Schülerinnen und Schüler, dass sie Texte lesen, verstehen und kritisch hinterfragen konnten.

2.1.5 Methodische und emotionale Voraussetzungen durch den Fachlehrer – Das Lehrer-Schüler-Verhältnis

Das Verhältnis zwischen den Schülerinnen und Schülern der Klasse und dem Fachlehrer Herrn Dr. Z. ist durchaus als ein freundschaftlich-kollegiales Verhältnis zu beschreiben. Durch seine jugendliche, lockere Art und durch sein junges Alter hat Herr Z. ein besonderes Verhältnis zu seinen Schülern aufbauen können. Dies hat zur Folge, dass Herr Z. in die Schülervertretung gewählt wurde und als Vertrauenslehrer, sowie als Jahrgangsstufenleiter fungiert.

Trotz seines jungen Alters ist Herr Z. in der Unterrichtsdurchführung eher konservativ. Er nutzt die herkömmlichen Medien, wie das Deutschbuch, die Tafel, Handouts und den Tageslichtprojektor, doch lässt er die neuen Medien wie PC und Videobeamer unbenutzt. Herr Z. verwendet keinen besonderen Einstieg oder eine besondere Motivation der Schüler um in die Unterrichtsstunden einzuführen. Es werden die Hausaufgaben besprochen oder eine Wiederholung der letzen Stunde durchgeführt. Außerdem teilt Herr Z. seine Stundenziele meist den Schülern mit. Aufgabenstellungen schreibt er an die Tafel oder explizit auf die Handouts. Weiter lässt sich feststellen, dass Herr Z. das gelenkte Unterrichtsgespräch sehr gut eingeübt hat. Auf gestellte Fragen gaben die Schülerinnen und Schüler schnelle und qualitativ gute Antworten.

Die Beobachtungen des Verhaltens des Kurses und des Lehrers und deren Umgang miteinander lassen folgende Schlüsse für meine eigenen Unterrichtsstunden zu. Dass Herr Z. in die gängigsten Unterrichtsformen wie gelenktes Unterrichtsgespräch, Gruppenarbeit und Stillarbeit, wie das Lesen und Bearbeiten von Texten eingeführt hat, bedeutet für mich, dass ich ebenfalls methodisch diese Unterrichtsformen verwenden kann. Da der Kurs auf Grund des Alters von Herrn Z. ein freundschaftliches Verhältnis zum Fachlehrer aufgebaut hat, konnte ich ebenfalls darauf hoffe, offen und freundschaftlich aufgenommen zu werden, was mir sicherlich die erste Angst und Nervosität nahm. Allerdings mussten wir gegen die von Herrn Z. verursachte Inkonsequenz und Disziplinlosigkeit ankämpfen. Daher konnte ich nicht damit rechnen, dass die Schüler bei meinem Unterrichtsversuch pünktlich sein würden oder ruhig und konzentriert arbeiten würden.

3. Entscheidungen

3.1 Didaktische Analyse

3.1.1 Legitimation / Die Begründung des Themas

Die geplante Unterrichtsstunde ist legitimiert durch den Kernlehrplan des Landes Nordrhein-Westfalen für das Fach Deutsch in der Sekundarstufe I. Die Schwerpunkte des Deutschunterrichts sind innerhalb des Kernlehrplans in vier Bereiche gegliedert. Erstens sollen die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen im Sprechen und Zuhören erwerben, zweitens Schreibkompetenzen schulen, drittens soll der Umgang mit Texten und Medien erlernt werden und viertens sollen im Bereich „Reflexion über Sprache“ grammatikalische Kompetenzen vermittelt werden.1

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1 vgl. Kernlehrplan für das Gymnasium – Sekundarstufe I – in Nordrhein-Westfalen. Deutsch. Herausgegeben vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen. Ritterbach Verlag. Frechen. 2004. S. 13.

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